Infinitive and Gerund

Nach bestimmten Verben, Adjektiven oder Präpositionen folgt entweder ein Infinitiv (to go, to eat) oder ein Gerundium (going, eating). Welche Form richtig ist, hängt vom vorangehenden Wort ab — und manchmal verändert die Wahl sogar die Bedeutung des Satzes.

1. Der Infinitiv

Der Infinitiv ist die Grundform des Verbs. Im Englischen gibt es zwei Varianten.

Der to-Infinitiv

Die häufigste Form: to + Verbgrundform.

Beispiel

I want to learn English. — She decided to leave early. — It is easy to understand.

Der Bare Infinitiv (ohne „to“)

Nach Modalverben (can, could, must, should, may, might, will, would) steht der Infinitiv ohne „to“.

Beispiel

She can swim. — You must be careful. — He should study more.

Nach let und make (im Sinne von „jemanden etwas tun lassen / jemanden zwingen“) steht ebenfalls der Bare Infinitiv.

Beispiel

She let me go. — He made me laugh. — They made us wait.

help — mit und ohne „to“

Nach help ist beides möglich — der to-Infinitiv und der Bare Infinitiv. Im britischen Englisch wird der to-Infinitiv bevorzugt.

He helped me carry it. / He helped me to carry it. — beides korrekt ✓

2. Das Gerundium

Das Gerundium ist die -ing-Form des Verbs, die als Nomen verwendet wird. Es kann im Satz dieselbe Rolle übernehmen wie ein Nomen — als Subjekt, als Objekt oder nach einer Präposition.

Swimming is healthy. — Gerundium als Subjekt

I enjoy reading. — Gerundium als Objekt

She is good at cooking. — Gerundium nach Präposition

Gerundium ≠ Progressive

Die -ing-Form hat zwei Funktionen: als Teil der Progressive-Zeiten (She is swimming.) und als Gerundium (Swimming is fun.). Beim Gerundium steht keine Form von to be davor.

3. Verben mit to-Infinitiv

Diese Verben verlangen immer den to-Infinitiv.

Verb Beispiel
want I want to go home.
hope She hopes to pass the exam.
decide He decided to stay.
plan We plan to visit them.
refuse She refused to answer.
agree They agreed to help.
offer He offered to drive.
promise She promised to call.
manage I managed to finish in time.
fail He failed to notice the mistake.
seem You seem to know her.
tend She tends to forget things.
afford We cannot afford to wait.
expect I expected to see him there.
choose She chose to ignore it.
pretend He pretended to sleep.
learn She learned to cook as a child.
need You need to rest.

Eselsbrücke: Viele Verben mit to-Infinitiv beschreiben eine Absicht, Entscheidung oder Zukunftsplanung — etwas, das noch bevorsteht oder angestrebt wird.

4. Verben mit Gerundium

Diese Verben verlangen immer das Gerundium.

Verb Beispiel
enjoy I enjoy swimming.
avoid She avoids eating meat.
finish He finished reading the book.
mind Do you mind opening the window?
suggest She suggested going out.
consider I am considering changing jobs.
keep He keeps making the same mistake.
practise She practises playing every day.
admit He admitted stealing the money.
deny She denied knowing him.
miss I miss living in the city.
risk Don’t risk losing everything.
postpone They postponed making a decision.
imagine I can’t imagine living there.
dislike He dislikes getting up early.
feel like I feel like going for a walk.
give up She gave up smoking last year.

Eselsbrücke: Viele Verben mit Gerundium beschreiben eine abgeschlossene, laufende oder vermiedene Handlung — etwas, das (bereits) stattfindet oder stattgefunden hat.

5. Verben mit Infinitiv oder Gerundium — kein Bedeutungsunterschied

Nach diesen Verben kann sowohl der to-Infinitiv als auch das Gerundium stehen — die Bedeutung bleibt gleich.

Verb Mit Infinitiv Mit Gerundium
begin It began to rain. It began raining.
start She started to cry. She started crying.
continue He continued to talk. He continued talking.
like I like to read. I like reading.
love She loves to dance. She loves dancing.
hate He hates to wait. He hates waiting.
prefer I prefer to walk. I prefer walking.
intend She intends to stay. She intends staying.

6. Verben mit Infinitiv oder Gerundium — MIT Bedeutungsunterschied

Bei diesen Verben hängt die Bedeutung des Satzes direkt davon ab, welche Form folgt.

stop

He stopped smoking. — Er hörte auf zu rauchen. (Rauchen ist beendet)

He stopped to smoke. — Er hielt an, um zu rauchen. (Er machte eine Pause, um zu rauchen)

remember

I remember locking the door. — Ich erinnere mich daran, dass ich die Tür abgeschlossen habe. (Erinnerung an etwas Vergangenes)

I remembered to lock the door. — Ich habe daran gedacht, die Tür abzuschließen. (Man hat nicht vergessen, etwas zu tun)

forget

I forgot telling him. — Ich vergaß, dass ich es ihm gesagt hatte. (Erinnerung an etwas Vergangenes fehlt)

I forgot to tell him. — Ich vergaß, es ihm zu sagen. (Man hat versäumt, etwas zu tun)

try

She tried opening the window. — Sie versuchte, das Fenster zu öffnen (als mögliche Lösung für ein Problem).

She tried to open the window. — Sie versuchte, das Fenster zu öffnen (es fiel ihr schwer).

regret

I regret saying that. — Ich bedaure, das gesagt zu haben. (Bereue eine vergangene Handlung)

I regret to say that… — Es tut mir leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass… (formelle Mitteilung schlechter Nachrichten)

mean

This job means working late. — Dieser Job bedeutet, dass man bis spät arbeitet. (zur Folge haben)

I didn’t mean to hurt you. — Ich wollte dich nicht verletzen. (beabsichtigen)

go on

He went on talking. — Er redete weiter. (die gleiche Tätigkeit fortsetzen)

He went on to talk about the economy. — Dann sprach er über die Wirtschaft. (zu einem neuen Thema übergehen)

Merkhilfe für remember und forget

Mit Gerundium → Blick in die Vergangenheit: I remember doing it. (Ich erinnere mich, dass ich es getan habe.)

Mit Infinitiv → Blick in die Zukunft / Pflicht: I remembered to do it. (Ich habe nicht vergessen, es zu tun.)

7. Gerundium nach Präpositionen

Nach allen Präpositionen steht im Englischen immer das Gerundium — niemals der to-Infinitiv.

Beispiel

She is interested in learning French.

He is good at drawing.

I’m thinking about changing jobs.

They thanked us for helping.

Before leaving, turn off the lights.

Achtung: „to“ als Präposition

In manchen Ausdrücken ist to eine Präposition — nicht Teil des Infinitivs. Danach steht deshalb das Gerundium.

✗ Falsch I’m looking forward to see you.

✓ Richtig I’m looking forward to seeing you.

Weitere Ausdrücke mit to als Präposition:

be used to working — object to being filmed — look forward to hearing — in addition to studying

8. Typische Fehler

Häufige Fehler

✗ Falsch I enjoy to swim. — Nach enjoy steht immer das Gerundium.

✓ Richtig I enjoy swimming.

✗ Falsch She suggested to go to the cinema. — Nach suggest steht das Gerundium.

✓ Richtig She suggested going to the cinema.

✗ Falsch I’m looking forward to see you.to ist hier eine Präposition, kein Teil des Infinitivs.

✓ Richtig I’m looking forward to seeing you.

✗ Falsch She made him to apologise. — Nach make steht der Bare Infinitiv.

✓ Richtig She made him apologise.

✗ Falsch He stopped to smoke means he quit.stop + to-Infinitiv heißt „anhalten, um etwas zu tun“, nicht „aufhören“.

✓ Richtig He stopped smoking. — Er hörte auf zu rauchen.

9. Deutsch-Englisch: Der entscheidende Unterschied

Im Deutschen lässt sich nach vielen Verben der Infinitiv mit „zu“ verwenden — im Englischen ist das nicht immer möglich. Ob Infinitiv oder Gerundium folgt, hängt vom Verb ab und muss gelernt werden.

Deutsch vs. Englisch: Infinitiv und Gerundium

„Ich genieße es, zu schwimmen.“ → I enjoy swimming. (Gerundium — nicht: to swim)

„Ich hoffe, rechtzeitig fertig zu werden.“ → I hope to finish in time. (to-Infinitiv — nicht: finishing)

„Ich freue mich darauf, dich zu sehen.“ → I’m looking forward to seeing you. (Gerundium nach to als Präposition)

Im Deutschen gibt es keinen Unterschied zwischen „Ich erinnere mich, die Tür abgeschlossen zu haben“ und „Ich habe daran gedacht, die Tür abzuschließen“ — im Englischen zeigt die Wahl zwischen Gerundium und Infinitiv genau diesen Unterschied: I remember locking vs. I remembered to lock.

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